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Verhalten und Soziales

Die mongolische Rennmaus, auf die sich meine Seite hauptsächlich bezieht, ist ein Steppenbewohner. Der Name Wüstenrennmaus ist sehr irreführend, da die Tiere eigentlich aus Steppen und Halbwüsten stammen. Rennen ist auch nicht wirklich ihr allergrößtes Hobby, sie graben bevorzugt lieber Gänge und stammen aus der Familie der "Wühler". Ganz banal zusammengefasst wäre ihr korrekter Name eigentlich "Steppenwühlmaus". Das hilft uns schon besser ihre Bedürfnisse zu verstehen. In freier Wildbahn leben sie in gemischten Großgruppen in riesigen unterirdischen Systemen. Aus den großen Gruppen kristallisieren sich oft 2er Verbände hinaus, die zusammen ihre Arbeiten erledigen. Weil aber nie so ein großes artgerechtes Gehege bereitstellen können und auch nie und nimmer dem Nachwuchs gewachsen wären, ist es in der Tierhaltung am Sinnvollsten 2 gleichgeschlechtliche Tiere zu halten. Dabei spielt es keine Rolle wie groß das Gehege ist, da dies leider oft verbreitet wurde. Bei 3 Tieren ist das Ganze eben schon kritischer: Man glaubt es kaum, aber die kleinen Gesellen haben so komplexe Sozialstrukturen, dass nur kleine Störfaktoren die komplette Gruppe kaputt machen können. Rennmäuse machen da leider oft kurzen Prozess. Es endet mit dem Tode, wenn die Maus nicht flüchten kann. Es ist auch egal ob Geschwister oder nicht, Rennmäuse machen da keinen Unterschied. So nett die Tiere ausschauen, so brutal können sie leider auch werden. Deshalb sind 2 Tiere die beste Wahl, da so die geringste Wahrscheinlichkeit eines Streites gegeben ist.

Männchen oder Weibchen?

Leider wird die Rennmaus oft mit der Farbmaus verwechselt. Sie haben aber mit der Haltung und auch sonst Nichts gemeinsam. Deswegen meinen noch viele, dass zwei Rennmausmännchen sich auf Dauer nicht mögen können... Das stimmt hier Gott sei Dank nicht! Bei Rennmäusen spielt es keine Rolle welches Geschlecht man zusammen hält. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass männliche Tiere um einiges ruhiger sind als Weibliche, da diese alle 3 Tage hitzig werden. Es ist lediglich eine Geschmackssache :) Lieb haben sich beide genau so gern. Auch wegen dem Geruch gibt es keine Unterschiede, denn die Mäuschen markieren - egal ob Weiblein oder Männlein - mit ihrer Duftdrüse am Bauch. Sie reiben diese an Gegenstände und Ecken, wir riechen das aber praktischerweise nicht!

Nachwuchs und Lebensphasen

Ein Weibchen ist etwa alle 3-4 Tage hitzig. Ist es tragend, erkennt man dies manchmal an einem birnenförmigen Körperbau. Es wird vermehrt gefressen und der Nestbau wird eifrig voran getrieben. Aber nicht jedem Tier ist es anzusehen ob es Junge erwartet. Etwa 26 Tage dauert es bis der Wurf von ca. 3 bis 10 Jungtieren das Licht der Welt erblickt. Sie kommen völlig hilflos auf die Welt. Das Muttertier braucht in dieser Zeit und während der Trächtigkeit erhöhte Proteinzufuhr und ganz viel Ruhe. Man darf die Mama und die Kleinen nicht auf die Hand nehmen. Leider wird der Wurf sonst gern gefressen. Sind die Kleinen schon etwa 3-4 Wochen alt beginnen sie langsam, nachdem sie auch ihre Augen geöffnet haben, ihre Umgebung zu erkunden. Jetzt beginnt auch eine sehr wichtige Phase für die Kleinen, die sogenannte Sozialisierungsphase. In dieser werden den Jungtieren von der Mutter wichtige soziale Verhaltensweisen gelernt. Auch untereinander erproben die Geschwister einige Dinge, die sie später im Leben brauchen.

Im Allgemeinen werden Weibchen mit 8 Wochen, Männchen mit 10 Wochen geschlechtsreif. Das ist auch der beste Zeitpunkt die kleinen Mäuse abzugeben, da sie so genug von den erwachsenen Tieren sozialisiert worden sind und das wie schon beschrieben enorm wichtig ist damit die Mäuse richtig miteinander umgehen können. Sonst kommt es oft gern zu Konflikten wenn die Tiere älter sind. . (Noch besser wären immer 12 Wochen, aber bei Unfallwürfen von Anfängern muss man vorsichtig sein.) Jetzt kann man auch deutlich das Geschlecht erkennen: Bei Weibchen ist der Abstand vom Geschlechtsteil zum Anus klein, bei Männchen groß und man kann Hoden erkennen. (Ihr könnt mir gerne schreiben, falls es Probleme oder Unklarheiten gibt.) Rennmäuse sind in der Regel mit etwa mit 6 Monaten körperlich ausgewachsen. Jetzt beginnt auch die sogenannte Flegelphase, welche bis zum 18. Monat andauern kann. In dieser Zeit treten häufig Rangordnungskämpfe auf und die Tiere können allgemeiner etwas unruhiger wirken. Danach sind eigentlich alle Rennmäuse sehr ausgeglichene Tiere, die ihre Partnerschaft zu den anderen Tieren gefestigt haben.

Kastration

Bei den kleinen Nagern ist eine Operation ein enorm schwieriger und riskanter Eingriff, den nur ein sehr erfahrener Arzt durchführen sollte. Bedauerlicherweise raten noch immer viele Tierärzte dazu, nur aus gesundheitlichen Gründen ist das nachvollziehbar, denn: Die Tiere identifizieren sich, wie wir schon wissen, mit Hilfe ihres Geruches. Nicht nur ohne Hormone geht dieser unsichtbare „Ausweiß“, eben ihr individueller Eigengeruch verloren. Dadurch werden sie von ihren Gruppenmitgliedern häufig nicht mehr erkannt und verstoßen. Sie können den Kastraten egal ob es Weibchen sind oder Männchen nicht mehr richtig zuordnen. Eine Kastration einer adulten Maus verändert zudem ihr Verhalten nicht. Falls es Streitigkeiten unter den Tieren gibt, ist sehr selten der Hormonhaushalt schuld, sondern die Situation. Das betrifft sowohl weibliche auch männliche Tiere. (Streit um einen neuen Gegenstand, zu kleines Gehege usw). Die vernünftigste und beste Lösung ist es also für sein Männchen einen neuen männlichen Partner zu suchen.

Hinweis

Wichtige Information

Vergesellschaftung

Oft kommt es vor, dass der Partner einer Maus früher verstirbt. Sie sind aber sehr soziale Tiere und Einzelhaltung, auch wenn die Maus schon älter ist, ist nicht artgerecht und quält das Tier. Man sollte nach einer kurzen Zeit Ruhe am Besten mit einem oder zwei Jungtieren vergesellschaften.

Beispiel für die schonende und erfolgsversprechende Trenngittermethode

Vergesellschaftung

Noch ausführlichere Beschreibung zum Thema findest Du hier

Zucht

Die Zucht von mongolischen Mäusen stellt man sich sehr einfach vor. Ist es aber nicht, Rennmäuse sind sehr empfindliche Tiere! Tragischer weise darf sich jeder der Tiere wahllos verpaart "Züchter" nennen. Nur einmal Junge haben – das spielt sich bei Rennmäusen nicht. Da die Tiere sofort nach dem Werfen wieder trächtig werden können, läuft das Ganze schnell außer Kontrolle (6-10 Jungtiere pro Wurf), es bleibt also nicht bei einem Wurf. Dazu kommt noch, dass die Genetik nicht zu vernachlässigen ist. Zum Beispiel kann es dazu kommen, wenn man unwissentlich zwei Schecken miteinander verpaart, behinderte Junge zur Welt kommen. Ebenso passiert es, wenn die Mutter falsch ernährt wird (viele Proteine werden benötigt), dass sie ihren Wurf frisst. Hat das Weibchen enorm viel Stress, besonders wenn man sich nicht auskennt, kommt es häufig zu Totgeburten. Habe da leider schon Vieles mit ansehen müssen, deswegen kann ich nur appellieren, das "Züchten" und „Einmal süße Junge“ sein zu lassen. Bitte denkt an die Tiere, es gibt ohnehin schon genug die ein Zuhause suchen und in Tirol keinen einzigen seriösen Züchter!

Zoohandel

Wichtige Information

Kleines Rennmausverhalten 1x1

  • Trommeln: Das plötzliche Auf- und Abspringen ist ein Signal zur Vorsicht und erzeugt Vibrationen im Boden, auf welche Gerbils sehr empfindlich reagieren können. Dadurch werden alle Mitglieder gewarnt, wenn Gefahr droht.

  • "Zwangsputzen" ist ein Ritual um die Rangordnung zu pflegen und die Bindung zu stärken. Die dominante Maus putzt dabei die unterlegenere Maus, um ihr zu verdeutlichen: "Ich mach was ich will." Dabei wird gern mal ein bisschen gepiept.

  • Hinten Aufspringen „Rammeln“ ist ebenfalls eine Geste dem rangniederen Tier gegenüber. Und zwar bespringt die stärkere Maus die Schwächere wie bei einer Paarung. Dies dient natürlich nicht der Vermehrung, sondern ist ein ganz normales Verhalten, das bei Weibchen und bei Männchen vorkommt.

  • Schwanzwedeln zeigt eine Maus wenn sie unter Spannung steht. Entweder durch Neugierde oder durch Aggression

  • Zähneknirschen ist ein Aggressionszeichen

  • Mit Jagen, Boxen und seitlich Aufplustern wird die Rangordnung ermittelt. Dabei kann auch mal etwas Blut fließen. Wenn es vermehrt oder öfter vorkommt, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

  • Wichtig ist immer, dass alle Mäuse im gleichen Nest schlafen, denn nur so ist garantiert, dass sich alle mögen

Das richtige Eingewöhnen und zähmen

Lässt euch immer genug altes Einstreu (am Besten das Nest) mitgeben und transportiert die Mäuse dunkel und wettergeschützt in einer vorgesehenen Transportbox. Das Gehege sollte schon fix und fertig mit noch nicht zu viel Streu bereit stehen. Zuhause angekommen, kann man sie dann vorsichtig umsetzen. Wichtig dabei ist, dass sie die erste Zeit ihre Ruhe haben, um sich zu orientieren. Sie brauchen zirka eine Woche bis sie sich richtig eingelebt haben. Dann kann man auch mehr Streu hinzufügen und das erste Mal probieren sie mit der Hand zu füttern. Die Hand reibt man vorher ins Streu im Gehege und wählt am besten gute Leckerlies aus. Etwa Pinienkerne, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne sind sehr beliebt und locken auch oft schüchterne Mäuschen heraus. Dabei muss man sehr geduldig sein, man sollte keine hektischen Bewegungen machen und versuchen so seitlich wie möglich sich ihnen zu nähern. Oft spürt man dabei einen sogenannten "Probebiss", dieser tut nicht weh und dient lediglich nur zu testen ob man Hände essen kann. Hält man brav durch, wissen sie, dass Hände nichts Böses sind und man kann ihnen den Arm entlang hinauf immer wieder Kerne geben, bis sie Menschen als tollen Kletterpark ansehen :) Rennmäuse sind trotz alle dem Beobachtungstiere und viele werden auch nie zahm, da sie einfach wie wir Menschen verschiedene Charaktere sind und je nach dem ängstlicher oder aufgeschlossener.

Weitere Infos

Frischfutterliste, Tipps zur Beschäftigung und mehr hier :)

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